Alla Jaroschinskaja

ukrainische Journalistin; Alternativer Nobelpreis 1992

* 1953 Region Shitomir

Herkunft

Alla Jaroschinskaja wurde 1953 in der ukrainischen Region Shitomir geboren.

Ausbildung

Nach dem Besuch weiterführender Schulen absolvierte sie an der Universität Kiew ein Journalismusstudium.

Wirken

Nach ihrem Studienabschluß arbeitete sie 13 Jahre lang als Korrespondentin für die lokale Zeitung. Bereits zu Studentenzeiten als politische Dissidentin bekannt, widmete sie sich in ihrer journalistischen Arbeit mit Vorliebe der Aufdeckung von Korruptionsfällen innerhalb der Kommunistischen Partei und war daher wiederholt behördlichen Repressalien ausgesetzt.

Als nach dem Reaktorunglück in Tschernobyl am 26. April 1986 trotz der vom neuen sowjetischen Parteichef Michail Gorbatschow propagierten "Glasnost" (Offenheit) die amtlichen Stellen sich in Beschwichtigungsversuchen übten, beschlich Frau J. das ungute Gefühl, die offiziellen Parolen von den erfolgreichen Evakuierungen der Menschen aus dem hochverseuchten Gebiet um den Unglücksreaktor könnten allzu schönfärberisch sein. Eine Genehmigung, in die verseuchte Region reisen zu dürfen, wurde ihr freilich verweigert. Ihre Recherchen brachten dennoch Erschütterndes zutage: Menschen aus der hochverstrahlten Zone um Tschernobyl waren zwar evakuiert, aber in nicht weniger radioaktiv verseuchte Dörfer umgesiedelt worden; zum Überleben waren die Menschen auf den Verzehr der ebenfalls radioaktiv verseuchten Nahrungsmittel angewiesen, die in der Region angebaut wurden; schwerwiegende Gesundheitsprobleme in Folge ...